Präventions- und Interventionskonzept
Grundschule der Hansestadt Lübeck
Präventions- und Interventionskonzept
gemäß § 4 des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes
5 Präventive Maßnahmen und thematische Schwerpunkte
6 Kooperation und Netzwerkarbeit
7 Evaluation und Weiterentwicklung
9.1 Anlage 1: Tabellarische Übersicht
9.3 Anlage 3: Schulnetzwerkkarte Schule am Stadtpark
9.4 Anlage 4: Ablauf bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
9.5 Anlage 6: Dokumentation Fallbesprechung
9.6 Anlage 5: Dokumentation Elterngespräch
1 Einleitung
Das vorliegende Präventions- und Schutzkonzept soll die Kinder dieser Schule vor Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung schützen. Es schafft klare Regeln, stärkt die Achtsamkeit im Schulalltag und sorgt dafür, dass Kinder, Lehrkräfte und Eltern wissen, wie sie sich in schwierigen Situationen verhalten können. So entsteht ein sicheres und vertrauensvolles Umfeld, in dem sich alle wohlfühlen und entfalten können.
Das Konzept berücksichtigt sowohl interne Präventionsmaßnahmen als auch die enge Zusammenarbeit mit externen Fachstellen und Eltern.
2 Leitbild
Die Schule am Stadtpark ist eine der ältesten Schulen der Hansestadt. Generationen von Kindern haben hier ihre ersten Schuljahre erlebt. Hinter den traditionsreichen Mauern findet heute ein moderner, dem Kind zugewandter Unterricht statt.
In der Schule arbeiten viele Personen unterschiedlicher Berufsgruppen als multiprofessionelles Team zusammen. Dazu gehören Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Schulsozialarbeiterinnen, Integrationshelferinnen und -helfer, Sonderpädagogen und Sonderpädagoginnen, eine Mitarbeiterin im Schulbüro sowie ein Hausmeister.
Gelungenes Lernen bedeutet für uns, dass sowohl Kinder als auch Lehrkräfte jeden Tag gerne in die Schule gehen und Freude am Unterricht haben. In einer positiven und angstfreien Atmosphäre wecken wir die Neugierde und das Interesse für neue Lerninhalte. Dadurch lernen die Kinder motiviert und mit Freude.
Es bedeutet aber auch, dass ein deutlicher Lernzuwachs erkennbar ist und Inhalte und Kompetenzen langfristig abrufbar sind. Dafür müssen die unterschiedlichen Lernniveaus der Kinder berücksichtigt und individuelles Lernen ermöglicht werden. Das Lernen im Team in einer lernförderlichen Atmosphäre ermöglicht den Kindern über die Schulung von fachlichen und sozialen Kompetenzen hinweg die Möglichkeit, Gedanken und Ideen weiterzuentwickeln.
Die Schule bietet neben einem guten Fachunterricht auch zahlreiche weitere unterrichtliche Angebote an. Alle Kinder erhalten ab dem ersten Schuljahr eine Stunde Englischunterricht zusätzlich zum bilingualen Angebot. Der Besuch außerschulischer Lernorte gehört ebenso zum Schulalltag wie der Besuch zahlreicher Aktivitäten im musikalisch-künstlerischen und sportlichen Bereich.
Der Stundenplan enthält je nach Jahrgangsstufe und personeller Ausstattung zusätzliche Angebote:
Schwimmunterricht, die Rechtschreibambulanz, Förder- und Forderangebote, Chor, Trommeln, PC-Unterricht, Philosophie und einen Unterricht für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen (DaZ).
Die Schule verfügt über eine vielfältig bestückte Schülerbücherei, die von den Kindern gern besucht wird.
Das Lernen mit digitalen Medien wird fortlaufend in den Unterricht integriert.
In unserer Schule lernen Kinder die Grundlagen demokratischer Werte wie Respekt, Mitbestimmung und Verantwortung. Durch gemeinsame Entscheidungen im Klassen-rat, das Einhalten von Regeln und das Erleben von Fairness im Schulalltag erfahren sie, was es heißt, Teil einer Gemeinschaft zu sein. So wird Demokratie für sie erlebbar und verständlich.
Die Schule am Stadtpark ist eine Offene Ganztagsschule. Nach der Unterrichtszeit werden die Kinder von Erzieherinnen und Erziehern im Schulkinderhaus betreut. Träger des Offenen Ganztages ist die Kinderwege gGmbH. Im Rahmen der OGS steht den Kindern ein vielfältiges Kursangebot zur Verfügung. Lehrkräfte sowie Erzieher und Erzieherinnen arbeiten zum Wohle der Kinder eng zusammen.
Projektwochen und Fachtage gehören zum Repertoire der Schule.
Das Engagement der Eltern unterstützt die vielfältigen Angebote der Schule.
Das vorliegende Präventions- und Schutzkonzept soll die Kinder dieser Schule vor Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung schützen. Es schafft klare Regeln, stärkt die Achtsamkeit im Schulalltag und sorgt dafür, dass Kinder, Lehrkräfte und Eltern wissen, wie sie sich in schwierigen Situationen verhalten können. So entsteht ein sicheres und vertrauensvolles Umfeld, in dem sich alle wohlfühlen und entfalten können.
3 Rechtliche Grundlagen
Dieses Konzept basiert auf:
- § 4 Schulgesetz SH (Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule)
- Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII)
- UN-Kinderrechtskonvention
- schulinternen Regeln und Absprachen
4 Ziele des Konzepts
Darunter verstehen wir:
- Kinderschutz und Gewaltprävention
Kinder sollen vor jeglicher Form von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung geschützt werden.
- Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden
Körperliche und psychische Gesundheit wird aktiv unterstützt.
- Stärkung demokratischer Werte
Die Vermittlung von Demokratie, Toleranz und Partizipation ist zentraler Bestandteil des Schulalltags.
- Aufklärung und Prävention in verschiedenen Risikobereichen
Insbesondere in den Bereichen Sexualisierte Gewalt, Sucht, Medien und Demokratiebildung werden präventive Maßnahmen getroffen.
5 Präventive Maßnahmen und thematische Schwerpunkte
5.1 Gesundheit
Die Förderung bzw. der Erhalt körperlicher und psychischer Gesundheit sind miteinander verknüpft und sind Grundlage unserer Arbeit.
Damit jedes Kind die Hilfe bekommt, die es braucht, setzen wir unterschiedliche Maßnahmen ein:
- Gesundheitsbildung in Unterrichtseinheiten, z. B.
o Hygiene
o Ernährung
o gesunder Lebensstil
- Gesundheitsförderung im schulischen Alltag, z. B.:
o regelmäßige Bewegungsangebote
o Sportprojekte
o gesunde Ernährung (gesundes Frühstück, gesundes Mittagessen)
- flexible Sitzmöglichkeiten im Unterricht
- Angebote für aktive Pausengestaltung
- bedarfsorientiertes Eingehen auf besondere Belastungssituation, z. B.:
o Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern, Psychologinnen und Psychologen, Sonderpädagoginnen und Sonder-pädagogen sowie Eltern
o Angebot präventiver und therapeutischer Maßnahmen
5.2 Kinderschutz
Ziel ist die Stärkung der Resilienz und Selbstwirksamkeit der Kinder durch folgende Maßnahmen:
- einheitliche Melde- und Interventionswege (siehe Interventionskette im Anhang)
- einheitliche Dokumentation (siehe Anhang)
- schulinterne Vertrauenspersonen: Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher und Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter
- regelmäßiger Austausch mit den Eltern
- Projekte, wie z. B.
o „Ich bin stark“ (Klasse 2 und 4)
o Jungen- und Mädchenprojekt (Klasse 3)
o „Aufrecht in die Welt gehen“ (Klasse 2)
5.3 Medien
- Medienkompetenzförderung
Angedockt an den SU- sowie den PC-Unterricht in Klasse 3 erlernen die Schülerinnen und Schüler den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien, Internet und sozialen Netzwerken.
- Aufklärung über Risiken
Themen wie soziale Medien, Datenschutz und das Recht am eigenen Bild werden in den Unterricht integriert. Dabei geht es auch um die Schaffung eines Gefahrenbewusstseins im Hinblick auf physische und psychische Gesundheit, insbesondere in Bezug auf das Suchtpotential digitaler Medien. Hierbei werden auch polizeiliche Präventionsangebote zum Thema „Soziale Medien“ wahrgenommen.
- Elternberatung
Informationsabende stärken auch die Medienkompetenz der Eltern, sodass sie ihre Kinder im digitalen Alltag unterstützen können. Dazu wird es ab dem Schuljahr 2025/2026 Elternabende zum Thema Mediennutzung und -gefahren geben (Offener Kanal Lübeck).
5.4 Demokratiebildung
- Partizipation und Mitbestimmung
Schülerinnen und Schüler werden aktiv in schulische Entscheidungsprozesse eingebunden, etwa durch den wöchentlich stattfindenden Klassenrat und das alle drei Wochen tagende Schülerparlament.
- Bildung zu demokratischen Werten
Unterrichtseinheiten zu den Kinderrechten und den Prinzipien des demokratischen Zusammenlebens werden fächerübergreifend vermittelt.
- Praktische Demokratieerfahrungen
Durch Projekte und Beteiligungsformate erfahren die Kinder, wie demokratische Prozesse funktionieren und welche Verantwortung sie in einer demokratischen Gesellschaft tragen.
- Die Schulgemeinschaft positioniert sich gegen Diskriminierung jeglicher Art.
5.5 Sexualisierte Gewalt
- Sensibilisierung und Aufklärung
Lehrkräfte erhalten regelmäßige Fortbildungen zur Erkennung von Anzeichen sexualisierter Gewalt. Alle zwei Jahre werden dafür im Rahmen der Evaluation dieses Konzepts Fortbildungen im Jahresplan vorgesehen.
- Altersgerechte Präventionskonzepte
Schülerinnen und Schüler werden über Körpergrenzen, Selbstbestimmung und Schutz vor Übergriffen aufgeklärt und „sichere Orte“ in der Schulumgebung benannt. Es werden Möglichkeiten geschaffen, im Schulalltag mit Vertrauenspersonen (Lehrkräfte und Schulsozialarbeit) das Gespräch zu suchen. Hierfür wird die Schulsozialarbeit in allen Klassen vorgestellt und als konkreter Ansprechpartner benannt.
- Klare Meldewege
Es existieren verbindliche Verfahrensweisen, um bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt schnell und vertraulich zu handeln.
- Kooperation mit Fachstellen
Bei einem Verdacht werden in enger Abstimmung mit der Schulsozialarbeit und der Schulleitung Beratungsstellen, das Jugendamt und/oder das Kinderschutzzentrum eingeschaltet (siehe Schulnetzwerkkarte im Anhang).
- Informationsmaterial ist im Sekretariat erhältlich (PIK-Ordner).
- Dokumentation
Gespräche und Maßnahmen werden einheitlich dokumentiert (siehe Vorlage im Anhang).
6 Kooperation und Netzwerkarbeit
- Erziehungsberechtigte und Familien
Ein regelmäßiger Austausch und Informationsabende fördern den Austausch und stärken die Schutzfunktion im häuslichen Umfeld. Bei Bedarf findet ein Austausch in einer Helferrunde oder in Einzelgesprächen statt.
- Externe Partner
Zusammenarbeit mit Jugendamt, Polizei, Beratungsstellen und weiteren Institutionen sichert eine umfassende Unterstützung und Vernetzung.
- Fortbildungen
Das pädagogische Personal nimmt an regelmäßigen Fortbildungen teil, um stets über aktuelle Entwicklungen und Präventionsstrategien informiert zu sein.
- Eine Schulnetzwerkkarte befindet sich im Anhang.
7 Evaluation und Weiterentwicklung
- Regelmäßige Überprüfung
Das Konzept wird in zweijährlichen Intervallen überprüft und an neue gesellschaftliche Entwicklungen sowie an aktuelle Forschungsergebnisse angepasst.
- Feedbackkultur
Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Mitarbeitenden werden systematisch erfasst und fließen in die Weiterentwicklung des Konzeptes ein.
8 Schlusswort
Die Mitarbeitenden der Schule am Stadtpark bekennen sich zu einem umfassenden Schutz und einer Förderung der individuellen Entwicklung jedes Kindes.
Mit der konsequenten Umsetzung dieses Präventions- und Schutzkonzeptes wird ein sicheres, gesundes und demokratisches Lernumfeld geschaffen, das Kinder bestmöglich vor Gefahren schützt und ihre Persönlichkeitsentwicklung unterstützt.
Datum: 17. Juni 2025
Schulleitung: Claudia Hoormann-Schönbohm
Ansprechperson für Kinderschutz: Kathrin Böttcher (Schulsozialarbeit)